Mutter verhält sich aggressiv

  • Mutter verhält sich aggressiv

    Hallo liebe Community,


    ich hoffe wirklich das der ein oder andere mir helfen kann. Und zwar meine Mutter leidet schon seit fast 16 Jahren an MS. Schon früher als noch kleineres Kind konnte ich mir ihre Aggressionsausbrüche, während mein Vater auf der Arbeit war, mit ansehen. Obwohl ich wirklich ein braves und ruhiges Kind war wurden öfters mal Sachen nach mir geworfen und ich habe dann Stundenlang im Bett total verkrampft und verängstigt gelegen und geweint bis ihr es irgendwann im laufe des Tages dann doch leid tat da sie merkte das sie komplett überreagiert hatte.
    Jetzt bin ich schön etwas älter und der Zustand meiner Mutter noch viel Schlimmer. Zwischenzeitlich hatte sich der Zustand meiner Mutter durch Medikamente und aktiver Behandlung verbessert. Doch dann hat es angefangen das sie sich nichtmehr alle 2 Tage spritzen wollte. Da hat sie aber, so wie man das mit solch einer Krankheit auch besser tun sollte, ihren Arzt aufgesucht und mit ihm geredet und versucht eine neue Art der Behandlung zu finden.
    Sie stieg danach auf Tabletten um und ich kann euch jetzt leider nicht genau sagen wie lang sie diese einnahm aber ich glaube so ca. 2 Jahre. Dann dachte sich meine Mutter ihr würde es ohne Tabletten besser gehen als mit und anstelle es mit dem Arzt abzuklären, hörte sie einfach abrupt auf die Tabletten zu nehmen. Zu dem Zeitpunkt war sie noch „Handysüchtig“ und hat mit unheimlich vielen Idioten geschrieben die sich als Pfleger und sonstiges ausgaben. Sie schrieb manchen Personen auch regelrechter Müll wo ich echt nichtmehr wusste wieso man sowas macht? Sie beschrieb ihren Zustand als so viel schlimmer als er war und das sie mehrmals die Woche ins Krankenhaus zur Behandlung muss was absolut nicht stimmte.
    Mein Vater und ich vermuten das ihr Handy was mit dem abrupten aufhören der Einnahme ihrer Tabletten zu tun hat da sie online mit so vielen Leuten geschrieben hat.
    Ich denke das tat sie weil mein Vater und ich wussten wie ihr Zustand ist und das sie einiges dagegen tun kann, was sie nicht tat. Das einzige was meine Mutter auch schon damals nur konnte war sich selbst zu bemitleiden und rumzujammern anstelle von Sachen zu machen die der Arzt gesagt hatte damit ihr Zustand sich verbessert. Man bekam dann immer nur zu hören „Oh nein wie soll ich das denn machen, ich kann das nicht, es geht nicht...“ usw. Deswegen bekam sie scheinbar nicht genug Mitleid von mir und meinem Vater und suchte dies Online.
    So, wie schon gesagt hörte sie einfach auf die Tabletten zu nehmen ohne Ärztlichen Rat. Das war alles Anfangs 2019. Natürlich verschlimmerte ihr Zustand sich innerhalb von 1-2 Monaten soweit das sie sich nichtmehr richtig auf den Beinen halten konnten und ihr Rechter Arm auch nichtmehr so wirklich das tat was sie wollte.
    Sie merkte schnell das es sehr unbedacht war was sie tat und suchte einen Arzt auf und fing letztendlich nochmal an die Tabletten zu nehmen. Da meine Mutter keinerlei Therapie machen wollte und nur für 3 Wochen in Reha war, wo sie auch eigentlich länger hat müssen bleiben aber nein ihr gefiel es nicht und der ganze Kram bringt ja eh nichts, verbesserte sich ihre Lage mit dem kaum laufen nicht sondern endete dann im Sommer mit Rollstuhl. Seitdem gehts stets bergab und ich weiß mir und meinem Vater nicht mehr weiter zu helfen.


    In den letzten 3 Monaten habe ich kein Satz aus meiner Mutter kommen gehört der nicht in einer aggressiven oder zickigen Tonlage war. Sie regt sich über Sachen auf und wird total ausfällig über Sachen wo ich und mein Vater uns anschauen und lachen und den Kopf schütteln müssen. Leider tolerierte mein Vater das Verhalten zu viel sodass meine Mutter mit ihm redet und umgeht wie Müll obwohl er alles für sie tut was in seiner Macht steht. Mit mir redet sie nicht so, da sie weiß das sie von mir eine Antwort bekommt. Wenn die Lage sich nicht in den nächsten 2 Wochen bessert werde ich zu Ihrem Neurologen gehen und andere Maßnahmen ergreifen. Ich kann mir das nichtmehr mit ansehen wie mein Vater sie pflegt, so lieb zu ihr ist und sie so ein Verhalten an den Tag legt. Mein Vater hatte auch schon 2 Herzinfarkte was mir noch größere Sorgen macht.


    Hat jemand ähnliche Probleme oder kann mir irgendjemand einen Tipp geben was ich machen kann? Ich bin ratlos und unfassbar Traurig das meine Mutter, nichtmehr die Person ist die ich mal kannte. Das ganze tut mir nur einfach furchtbar leid im Herzen.


    Sorry für den langen Text und schon im voraus Danke für jegliche Antwort!

  • Hallo Blondey! :wink:


    Hm, also Aggressivität gehört nun definitiv nicht zu den Symptomen der MS. Was nicht heisst, dass man mit MS nicht auch aggressiv sein kann ;)
    Ich denke das kommt von ganz woanders her und hat vielleicht eher was mit ihrer Unzufriedenheit (auch mit MS leben zu müssen) zu tun.


    Nun zu dem Absetzen der Medikamente. So leid es mir tut, aber Deine Mutter ist eine erwachsene Frau und darf selbst entscheiden, was sie mit ihrem Leben anstellt. Und eine Garantie, dass das Medikament auch wirklich wirkt (Symptome entwickeln sich dadurch nicht zurück!!!) ist auch nicht gegeben.


    Deswegen glaube ich ehrlich gesagt auch nicht, dass so kurz nach dem Absetzen die Verschlechterung auch wirklich mit dem fehlenden Medikament zu tun hat. (Und dann ein "siehste, das hast Du jetzt davon" ist dann auch nicht wirklich hilfreich).


    Tipps habe ich deswegen keine. Denn ich denke Du wirst nichts machen können. Wenn jemand etwas nicht will, dann ist das leider so. Du hast als Kind ja sicher auch nicht alles so gemacht, wie deine Eltern das wollten :D


    Eine Sache stört mich allerdings in Deinem Bericht. Du schreibst viel davon, dass sie Mitleid erheischen will. Klingt für mich so, als ob ihr die Beschwerden nicht wirklich ernst nehmt. Bei MS ist nicht alles direkt ersichtlich. Ich leide z.B. in erster Linie unter der Fatigue und wenn man dann von anderen nur hört "Ich bin nach der Arbeit auch müde, ist ja wohl normal" oder abschätzend "schlaf mal mehr, Du bist ja immer nur müde", dann ist das schon ziemlich verletzend.
    MS ist leider keine Krankheit, bei der man das passende Medikament nimmt und dann ist alles wieder Tutti.


    Lieben Gruss
    Dagmar :hund2:

    Ich muß nicht mit der MS leben, sondern die MS mit mir ;-)

  • Hallo Blondey,


    bei der Therapien gegen die MS gibt es wirklich keine Garantie, dass diese bei jedem auch Wirkung zeigen. Ich spritze das alte Medikament Rebif44 3x pro Woche, auch dieses Medikament wirkt nicht bei jedem. Die MS kann trotzdem fortschreiten, es gibt nur Aussagen über Wahrscheinlichkeiten, dass es wirkt. Man kann nur abwarten.
    Ich habe mich für Rebif44 entschieden, da die Nebenwirkungen schon lange beobachtet werden konnten und sie für mich akzeptabel sind. Bei den neuen werden sich die Langzeit-Nebenwirkungen erst noch herausstellen.


    Man stellt als Erkrankter das Anwenden der Basistherapien häufig in Frage, weil es leider wirklich keine Garantien für diese Therapien für eine MS-Kranken gibt.


    Es ist nicht leicht, mit so einer Unsicherheit zu leben. Depressionen können die Folge sein, auch Aggressivität und andere psychische Veränderungen. Vielleicht sollte deine Mutter psychologische Hilfe holen, um mit ihrer MS-Erkrankung besser leben zu können. Auch den Angehörigen kann eine psychologische Unterstützung helfen.

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